Kreismusiktag Eschenbach 2015

In Eschenbach regnet es gute Noten auf die regionalen Musikcorps
Was für ein Geburtstagsfest!
Zum 125-Jahr-Jubiläum machte sich die Musikgesellschaft Helvetia Eschenbach ein besonderes Geschenk.
 
Sie richtete den Kreismusiktag Linth unter dem Motto «uffallend anderscht» aus. 14 regionale Musikvereine machten zum Teil bei strömendem Regen am grossen Umzug mit, sieben davon stellten sich mit ihrem Wettspielstück den Juroren. Rund 650 Musikantinnen und Musikanten machten den Kreismusiktag Linth 2015 zu dem, was es sein sollte – ein Fest der Musik und der gemeinsam zelebrierten Spielfreude. Von Klassik über Rock, Pop, bis Swing reichten die Musikstile, welche die Musikgesellschaften darboten. Marschmusik vom Feinsten ertönte für die vielen Zuschauer am Festumzug, der sowohl in punkto Farbenpracht und Klangerlebnis, aber auch in Sachen Wetterkapriolen einiges an Abwechslung.
 
Schweissperlen auf der Bühne
Im Dorftreff durfte das Publikum die Wettspiele verfolgen. Die Musikvereine aus Schänis, Goldingen, Amden, Gommiswald, Kaltbrunn, St.Gallenkappel und Benken liessen sich die Gelegenheit nicht entgehen: Sie liessen sich ihr Spiel von den Experten Andreas Buri, Bruno Erb und Patrick Rothenberger bewerten. Das schwüle Wetter, aber auch das Lampenfieber liessen die Temperaturen in den Reihen der Wettspielkandidaten in die Höhe schiessen. Höchst motiviert und mit voller Konzentration gaben die Musikanten beispielsweise «Annie’s Dream» oder «Mont Blanc» zum Besten und hofften unter anderem in den Bewertungsfaktoren Intonation, Ausdruck und Dynamik zu überzeugen. Die Experten konnten von 66 bis 100 Punkte verteilen (für 96–100 Punkte Prädikat «ausgezeichnet»). Nach abgerufener Leistung wich die Anspannung aus den Gesichtern der Dirigenten und der Spieler. Und alle durften sich bestens gelaunt draussen mit einer Wurst vom Grill und einem Durstlöscher für den Umzug stärken. Aber auch die Vereine, die nicht am Wettspiel teilnahmen, kamen ordentlich zum Musizieren. Sie sorgten mit ihren rund halbstündigen Konzerten im Festzelt für beste Unterhaltung. Logistisch hatten die Organisatoren alles im Griff. Shuttle-Busse zirkulierten zwischen Wettspiellokal, Festzelt und Instrumentendepot. Auch die Zaungäste, die auf den verschiedenen Parkplätzen ihre Autos abstellten, konnten vom Gratis-Fahrdienst profitieren. Am Abend startete die Marschmusikparade vom Dorf zum Festzeltareal. Als Gastgeber stand die Musikgesellschaft Helvetia mit Ehrendamen und zur neuen Uniform passender grüner Sonnenbrille in der ersten Reihe.
 
Donnergrollen und Fanfaren
Just zum Sieben-Uhr-Schlag der Kirchenglocken öffnete Petrus seine Schleusen und bedachte die Musikantinnen und Musikanten mit kühlem Nass. Tapfer hielten die ersten Vereine den Schauern stand, bis sich der Platzregen zur Gewitterzelle auswuchs und eine kurze Pause eingeschaltet werden musste. Bereits nach einer Viertelstunde schloss sich der Regenhahn jedoch wieder und der Einzug der letzten Vereine wurde von Sonnenschein begleitet. So bot sich für die Zuschauer unterm Regen- Sonnen-Schirm das breiteste Spektrum an tonalen Möglichkeiten, vom feinen Klang der Querflöten bis zum bauchigen Himmelsgrollen. Im grossen Zelt schliesslich war es wieder wohlig warm und Akteure und Zuschauer nahmen an den Festbanktischen Platz. Eingeleitet durch die Klänge der Bürgermusik Benken gings ruckzuck zu den Ansprachen. Eschenbachs Gemeindepräsident Sepp Blöchlinger liess es sich nicht nehmen, in der Hochburg der Musikwelt  den Organisatoren und den Teilnehmern des Kreismusiktages Linth ein grosses Bravo zuzurufen. Mit Grussworten des St.Galler Blasmusikverbandes und Gratulationen zum Geburtstag der Musikgesellschaft Helvetia Eschenbach wartete Andrea Kuster auf. Bevor die grosse Party mit Musik, Tanz und Bullriding losging, stieg die Spannung unter den Teilnehmern des Wettspiels nochmals tüchtig an. OK Präsident Daniel Hitz überreichte den sieben Vereinen ihre Bewertungen.
 
Musik macht Freude
In der dritten Stärkeklasse war es die Musikgesellschaft Schänis, welche mit 271 Punkten den ersten Platz erreichte, die Musikgesellschaft  Alpenrösli Gommiswald war mit 281 Punkten in der zweiten Stärkeklasse auf Rang 1. In der ersten Stärkeklasse sorgte die Bürgermusik Benken mit 285 erreichten Punkten für Begeisterung und heimste sich verdient den Tagesfestsieg ein. Das Aristoteles-Zitat, welches Sepp Blöchlinger vortrug, traf den Nagel auf den Kopf: "Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu machen." Diese Freude war bei allen Beteiligten am Kreismusiktag Linth spürbar. Trockenen Fusses: Für die MG Alpenrösli Gommiswald scheint unterwegs die Sonne. Gastgeber: Die jubilierende Helvetia Eschenbach marschiert in neuen Uniformen und passenden Brillen dazu. Tagessieger: Die Bürgermusik Benken steht nur draussen im Regen – vor den Juroren kann sie überzeugen. Adrette Uniformen: Die Stadtmusik Rapperswil ist im Gleichschritt Richtung Festzelt auf der Route.
 
Bürgermusik Benken holt den Tagessieg
Sieben Vereine haben sich den Juroren gestellt. In der 3. Stärkeklasse Harmonie gewinnt die Musikgesellschaft Schänis mit 271 Punkten vor dem Musikverein Goldingen (270) und der Musikgesellschaft Amden (254) In der 2. Stärkeklasse Harmonie belegt den ersten Platz die Musikgesellschaft Alpenrösli Gommiswald (281) vor dem Musikverein Eintracht Kaltbrunn (280) und der Musikgesellschaft St. Gallenkappel (262). In der 1. Stärkeklasse Harmonie siegt die Bürgermusik Benken (285), sie holt damit den Tagessieg.
 
Quelle: (Südostschweiz 11. Mai 2015)